Kindergarten in Guastalla / Italien
Kindergarten in Guastalla / Italien. Fotos: © Fausto Franzosi
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Kindergarten in Guastalla / Italien. Fotos: © Fausto Franzosi
Kindergarten in Guastalla / Italien. Fotos: © Fausto Franzosi
Kindergarten in Guastalla / Italien. Fotos: © Fausto Franzosi
Kindergarten in Guastalla / Italien
Kindergarten in Guastalla / Italien. Fotos: © Fausto Franzosi

Energieeffiziente Bauweise mit pädagogischem Anspruch

Kindergarten aus dem Architekturbüro Mario Cucinella in Guastalla in Italien eingeweiht

Am 19. September wurde der neue Kindergarten der Gemeinde Guastalla in der Reggio Emilia eingeweiht. Rubner Holzbau, ein Unternehmen der Rubner Gruppe, das sich auf die Errichtung von Großbauten aus Brettschichtholz spezialisiert hat, zeichnet für das Gebäude verantwortlich. Der neue Kindergarten bietet Platz für die Betreuung von bis zu 120 Kindern von null bis drei Jahren. 

Kindergarten in Guastalla / Italien. Fotos: © Fausto Franzosi
Kindergarten in Guastalla / Italien. Fotos: © Fausto Franzosi

Besonders die ausgefallene Architektur in Holz, die Energieeffizienz und hohe Erdbebensicherheit kennzeichnen das vom Architekturbüro Mario Cucinella aus Bologna entworfene Bauwerk: In dieser langgestreckten, ebenerdigen Kostruktion vereinen sich Holz, Glas und High-Tech. Das Projekt war Teil des Wiederaufbauplans nach dem Erdbeben im Gebiet der Reggio Emilia 2012. Rubner Holzbau erhielt den Zuschlag als bauausführendes Unternehmen, da der Südtiroler Holzbauspezialist in Bezug auf Architektur, Nachhaltigkeit und Erdbebensicherheit jahrzehntelange Erfahrung mitbringt und bereits zahlreiche Entwürfe in enger Zusammenarbeit mit renommierten Architekturbüros erfolgreich umgesetzt hat.

Kindergarten in Guastalla / Italien. Fotos: © Fausto Franzosi
Kindergarten in Guastalla / Italien. Fotos: © Fausto Franzosi

Das Projekt von Mario Cucinella basiert auf einem pädagogischen Konzept, bei dem nichts dem Zufall überlassen werden soll: von der Raumaufteilung über die Wahl der Baumaterialen bis zur Integration zwischen Innen- und Außenraum. Der Dialog der Kinder mit der umgebenden Natur, zwischen den geschlossenen Räumen im Innern und dem offenen Raum im Freien und die Nutzung von Tageslicht spielen dabei eine wesentliche Rolle. In diesem Sinne sollte sich die Kindertagestätte sowohl vom Aussehen als auch unter architektonischen Gesichtspunkten in das Umfeld und in die charakteristische Landschaft einfügen. Der reich strukturierte Baumbestand auf dem Baugelände inspirierte unmittelbar zu der Idee eines Gebäudes, das mit seiner Umgebung interagiert: Zahlreiche vertikale Holzelemente greifen das Motiv der Baumzeilen und landwirtschaftlich genutzten Flächen auf und verleihen dem Gebäude Leichtigkeit.

Die Verwendung natürlicher oder recycelter Materialien mit geringer Umweltbelastung ist wesentlicher Bestandteil des Architekturkonzepts. So besteht die Tragstruktur mit Ausnahme der Stahlbetonfundamente komplett aus Brettschichtholzelementen. Diese bieten eine hohe Stabilität im Fall eines weiteren Bebens in der Region und halten selbst höchsten seismischen Belastungen stand. Dieser Aspekt spielte beim Entwurf eine zentrale Rolle, weil im Mai 2012 zwei in der Region bestehende Kinderhorte bei einem Beben schwer beschädigt worden waren.

Kindergarten in Guastalla / Italien. Fotos: © Fausto Franzosi
Kindergarten in Guastalla / Italien. Fotos: © Fausto Franzosi

Dank der Passiv-Projektierung in Verbindung mit dem Einsatz hoch energieeffizienter Anlagen wurde dem Gebäude die Zertifizierung in Klasse A gewährt: Die hohe Wärmedämmung, die optimale Aufteilung der transparenten Flächen (maximale Transparenz auf der Süd, West- und Ostseite, maximale Opazität auf der Nordseite), die Anwendung moderner Systeme zur Aufbereitung von Regenwasser und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ermöglichen es, auf den Einsatz zusätzlicher Anlagen zur Deckung des Energiebedarfs weitgehend zu verzichten.

Mario Cucinella Architects: „Um einen Kinderhort und einen Kindergarten zu planen, müssen verschiedene Disziplinen zusammentreffen und einen Dialog aufbauen: Architektur, Pädagogik, Psychologie, Anthropologie. Die Qualität der Räumlichkeiten hängt davon ab, wie gut diese Wissenszweige miteinander interagieren. Der Bau von Räumen für unsere Kleinsten kann zur Überlegung über die Rolle der Architektur anregen, die nicht nur ein Thema für Fach-Zeitschriften ist, sondern zu einem Erziehungsmittel werden kann: der Raum beeinflusst das Verhalten, und Kinder, die in einer komfortablen, anregenden, für ihre Bedürfnisse geeigneten Umgebung aufgewachsen sind, werden als Erwachsene bewusster agieren.“