Museum Fondation Louis Vuitton
Expressive Konstruktion der Fondation Louis Vuitton in Paris, © Rensteph Thompson
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Eine 300 Meter lange Holzkonstruktion überspannt den botanischen Garten auf dem obersten Stockwerk der Canary Wharf Station der Crossrail-Linie, © Foster und Partners

Öffentlicher Raum

Ingenieurholzbauten bereichern an immer mehr Orten den öffentlichen Raum mit einer hohen Funktionalität und ausdrucksstarken Konstruktionen.

Holzkonstruktion im öffentlicher Raum

Weitspannende Tragweite wie Brücken oder Hallendächer verdeutlichen im öffentlichen Raum das vielfältige Leistungsspektrum des Ingenieurholzbaus. Während bei Nutzungen wie Wohnhäusern oder Bürogebäuden konstruktive Elemente oft durch Wandverkleidung verdeckt werden, sind in Hallenbauten wie Bahnhöfen, Sportstätten oder auch Überdachungen die Strukturen der Tragweite offen sichtbar. Tragstruktur, Material und Kraftverlauf sind so im öffentlichen Raum für alle Menschen ablesbar.

Eine 300 Meter lange Holzkonstruktion überspannt den botanischen Garten auf dem obersten Stockwerk der Canary Wharf Station der Crossrail-Linie, © Foster und Partners
Eine 300 Meter lange Holzkonstruktion überspannt den botanischen Garten auf dem obersten Stockwerk der Canary Wharf Station der Crossrail-Linie, © Foster und Partners

Infrastruktur

Holzkonstruktionen haben gerade auch bei Infrastrukturbauten in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Überdachungen für Bahnhofshallen und Terminalgebäude bei Flughäfen werden immer häufiger in industriell vorgefertigten Holzkonstruktionen realisiert. Konstruktionen aus geklebten Vollholzprodukten überspannen mit geringem Gewicht weiträumige Aufenthaltsbereiche. Die vielfältige Formbarkeit der Holzkonstruktionen eröffnet den Architekten und Ingenieuren ein weites Spektrum von Gestaltungsmöglichkeiten. Holzkonstruktionen gestalten so zentrale Orte des öffentlichen Lebens mit. Die Frage, ob Holz ein urbaner Werkstoff ist, wird auch bei den Überdachungen für den öffentliche Nah- und Fernverkehr immer wieder neu mit einer hohen Aufenthaltsqualität positiv beantwortet. 

Eingangshalle des Flughafen Cork, © Derix Holzleimbau

Brücken

Die Verbindung von zwei getrennten Punkten mit einem linearen Element ist eine der elementaren Aufgaben des Ingenieurholzbaus, die auf eine lange Geschichte zurückblickt. Während in der Moderne Ingenieure und Planer Konstruktionen in Stahl oder Beton bevorzugten, entscheiden sich heute im urbanen Kontext immer mehr Städte für Brückenkonstruktionen mit Holz. Die Fußgängerbrücken in Schwäbisch Gmünd veranschaulichen die atmosphärische Qualität von innovativen Holzkonstruktionen im Stadtbild. In diesem Sinne entstehen entstehen in vielen Städten neue fußläufige Verbindungen mit hoher Aufenthaltsqualität für Kinder und Erwachsene. Auch im landschaftlichen Kontext bieten Holzkonstruktionen eine attraktive Alternative, die sich harmonisch in das Landschaftsbild einfügt. Das Spektrum der Brückenkonstruktionen reicht von Übergängen über Straßen für den Wildwechsel bis zu mit Pkw befahrbare Straßenbrücken über kleinere Flussläufe. Charakteristisch für diese Konstruktionen ist eine schlanke, dynamische Erscheinung, die durch optimierte Materialeigenschaften und innovative hybride Konstruktionen immer weiter entwickelt wird.

Freizeit und Landschaft

Es gibt eine Vielzahl von Sport - und Freizeitstätten der letzten Jahrzehnte, die seit Jahren erfolgreich im Dienst der Öffentlichkeit stehen. Turnhallen mit Dachtragwerken ergänzen in vielen Schulkomplexen die architektonische Gestaltung als Eyecatcher in einer zumeist sachlich gehaltenen Anmutung. Eine Vielzahl von Beispielen belegen, dass eine ansprechende Gestaltung die Nutzung von solchen Sportstätten erheblich intensivieren kann. Konzerte, Theater und Veranstaltungen – um nur einige Fremdnutzungen zu nennen – spiegeln das vielfältige Nutzungsprofil heutiger Freizeitstätten wieder. Neben Sporthallen und Wellness-Landschaften in Schwimmbädern rücken in den letzten Jahren auch immer wieder Bauaufgaben in den Fokus, die neben einer hohen Freizeitqualität und praktischen Anforderungen auch didaktische und repräsentative Aufgaben erfüllen. Immer mehr Zooanlagen entdecken Dachstrukturen aus Holz als symbiotische Ergänzungen zu der Inszenierung von künstlichen Landschaften. Dachkonstruktionen, die ausdrucksstark wie Skulpturen mit Licht und Schatten wie auch Ein- und Ausblicken spielen, versetzen die Besucher in artifizielle Landschaften, in denen sie die Tiere auf ganz neue Weise erleben.<br /> 

Das Dachtragwerk des Elefantenhaus des Kölner Zoo überspannt ein 3.000 qm großes Gehege. Sieben Stützenbäume tragen Schirme von 20-25 Metern Durchmesser, © Holzleimbau Derix

Aussichtspunkte in der Landschaft werden mit der zunehmenden touristischen Erschließung von Naturparks und Schutzgebieten in immer neuen Variationen errichtet. Hierbei entwickeln sich neue Holzbautypologien wie die Baumwipfelpfade, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Bei dieser Bauaufgabe werden Aussichtstürme und Brückenkonstruktionen zu einem Erlebnispfad in schwindelerregender Höhe in den Baumwipfeln verbunden. Die aufwendigen Turmkonstruktionen bieten mit einer ausdrucksstarken Konstruktion ein durchaus ebenbürtiges Aufstiegserlebnis wie die spektakulären Panoramaausblicke auf dem Wipfelpfad. Das Erlebnis von Natur und Konstruktion geht hier eine für viele Besucher faszinierende Wechselbeziehung ein, durch die Menschen den Ingenieurholzbau auf emotionale Weise erleben.