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02. November 2016

Konvent der Baukultur 2016

Holzbau als Potential für Neues Wohnen

Baukultur und Bauwirtschaft mit Holz auf dem Konvent der Baukultur

Beim Konvent der Baukultur in Potsdam vom 3. bis 5. November feiert die Bundesstiftung Baukultur mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm ihr zehnjähriges Jubiläum zur gesetzlichen Einführung. Rainer Nagel, Vorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, lädt mit seinem Team am ersten Tag zum Erfahrungsaustauch in sechs Foren im Basislager der Baukultur ein. Im Zentrum der Diskussion stehen gesellschaftliche Herausforderungen wie die steigende Nachfrage nach erschwinglichem Wohnungsraum. Die Verbände Pro Holz Austria und die Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. wirken als Kooperationspartner am Forum „Bauwirtschaft und Baukultur. Holzbau als Potential für Neues Wohnen“ mit. Anne Isopp, Chefredakteurin des österreichischen Magazins „Zuschnitt“, moderiert zwei Gesprächsrunden, in denen Architekten, Ingenieure, Zimmerer und Hersteller über ihre Zusammenarbeit an „Best-of-Practice“-Beispielen berichten. 

Der Berliner Architekt Tom Kaden spricht mit dem Ingenieur Tobias Götz über die Zusammenarbeit am vielfach ausgezeichneten mehrgeschossigen Wohnung- und Geschäftshaus C13 in Berlin. Beide leisteten mit diesem Projekt einen wesentlichen Beitrag, um den Wohnungsbau aus Holz nicht nur salonfähig zu machen, sondern auch das Interesse der Wohnungsbaugesellschaften und Immobilienbranche zu wecken. Hermann Kaufmann, Architekt aus Schwarzach in Österreich und Professor für Entwerfen und Holzbau an der TU München, blickt mit Alexander Gumpp von Gumpp & Maier in Binswangen auf die stetig wachsenden Dimensionen des Holzbaus, die in traditionellen Zimmereibetrieben nur durch eine rationalisierte, serielle Produktion erfüllt werden können. Alexander Gumpp erläutert hochmoderne Fertigungsanlagen und berichtet über Innovationen in der Konstruktion, die letztendlich auch neue Perspektiven für den Entwurf ermöglichen. 

Das Wohnprojekt Dalston Lane in London von Waugh Thistleton Architects (WTA) zählt zurzeit zu den größten Baustellen im Holzbau und ist ein Meilenstein hin zu einem Städtebau, bei dem der Holzbau mit größeren Gebäudetypen eine prägende Rolle einnimmt. Raimondo da Col von WTA veranschaulicht an drei Projekten die rasante Entwicklung des Holzbaus mit Brettsperrholz durch technische Innovationen in nur wenigen Jahren. Mit Theodor van Kempen von ABA Holz, der in Deutschland den österreichischen Brettsperrholzpionier KLH repräsentiert, diskutiert er über die gemeinsame Entwicklung von hohen Brettsperrholzbauten. Waugh Thistleton Architects realisierten mit KLH.UK das Wohngebäude Murray Grove (2008) mit neun Geschossen und 29 Wohnungen wie auch das siebengeschossige Gebäude Whitmore Road (2012) mit gemischter Nutzung. 

Das Industrieunternehmen KLH mit Sitz in Österreich hatte Mitte der neunziger Jahre gemeinsam mit der TU Graz die Bauweise mit Brettsperrholz entwickelt. Im Jahr 2010 wurden den Architekten, Ingenieuren und Herstellern für ihre Pionierleistung im mehrgeschossigen Bau mit Brettsperrholz für das Gebäude Murray Grove der „RIBA President's Award for Research“ zugesprochen. Gemeinsam entwickelten sie Grundlagen für einen mehrgeschossigen Wohnungsbauten, der heute rund um den Globus in Holzhochhausvisionen mündet. Im August 2016 stellte KLH auf der „World Conference on Timber Engineering – WCTE 2016“ in Wien sein weiterentwickeltes System für den mehrgeschossigen Wohnungsbau vor. Die hohe Nachfrage nach mehrgeschossigen Holzbauten dient als Ansporn für weitere Innovationen, die das Industrieunternehmen KLH gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen der Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. wie auch kooperierenden Hochschulen und Forschungsinstitutionen im Bereich Materialeigenschaften, Zulassungen und Normung weiter entwickelt.

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