© Olaf Rohl
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Der unter Nachhaltigkeits­gesichtspunkten entwickelte Hörsaal der Hochschule Bochum mit einem Dachtragwerk aus BauBuche wird durch den Werkstoff atmosphärisch geprägt. (Foto: Banz + Riecks Architekten / © Olaf Rohl)
Hörsaal H9 mit Holztragwerk aus BauBuche

Zeitgemäßes Bauen in Bochum

Im Vergabeverfahren für den neuen Hörsaal forderte die Hochschule Bochum neben einer sensiblen Einbettung des Gebäudes in das natürliche Umfeld auch ein konsequent nachhaltiges Gebäudekonzept. Das im Holzbau und im Bau von Nullenergiehäusern erfahrene Architekturbüro Banz + Riecks aus Bochum überzeugte mit einem Entwurf, bei dem frühzeitig an ein Dachtragwerk aus Holz gedacht wurde. 

Eingebunden in den Naturraum und den bestehenden Hörsaalkomplex (Foto: Banz + Riecks Architekten, Bochum © Olaf Rohl)
Der Trägerrost aus Baubuche wurde auf 16 Pendelstütze aufgelagert (Foto: Banz + Riecks Architekten, Bochum © Olaf Rohl)

Konsequent nachhaltig 

Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury war schließlich die selbstverständliche Einfügung des neuen Gebäudes in den bestehenden Hörsaalkomplex und den Naturraum, aber auch auch das grazile Holztragwerk und die großflächige Glasfassade, wodurch eine direkte Verbindung zum Wald hergestellt wird. 

Beim Dachtragwerk wurde bereits frühzeitig an die Verwendung von konstruktivem Vollholz gedacht und an eine sichbare Konstruktion, die zum Nachvollziehen und Erleben einlädt. Im weiteren Verlauf entwickelten Banz + Riecks Architekten in enger Zusammenarbeit mit dem Tragwerksplaner Burkhard Walter die Idee eines ungerichteten Tragsystems in Form eines quadratischen Trägerrosts aus BauBuche (Buchenfurnierschichtholz). Durch die Verwendung von Buchenfurnierschichtholz fielen die Abmessungen vergleichsweise klein aus. Außerdem entsprachen sowohl die technische Optik als auch die besondere Wertigkeit des Materials den Vorstellungen der Architekten. 

Raumprägend und funktional 

Für die Montage des Holz-Trägerrosts wurden 12 Tage benötigt. Holz findet sich hier nicht nur im Tragwerk als nachhaltiges und raumprägendes Material wieder, sondern auch im Eichen-Industrieparkett, in der Wandbekleidung und in den Klappstuhlreihen. So entsteht ein angenehmer und in sich stimmiger Raum, der darüber hinaus weitere positive Eigenschaften bietet: dazu zählen die gute Raumakustik oder eine geringe Wärmeleitfähigkeit, die vor allem im Dachaufbau zur Vermeidung von Wäremebrücken führt und schlanke Bauteilquerschnitte ermöglicht. 

Der Hörsaal stellt mit seinen 350 Plätzen nicht nur das größte Auditorium der Hochschule Bochum sondern auch deren Mittelpunkt dar. Mit dem Neubau folgt die Hochschule ihrem Nachhaltigkeitsanspruch. So könnte der Hörsaal H9 bei Architekturvorlesungen zukünftig als Vorzeigeprojekt für zeitgemäßes Bauen dienen.

"Ein Hörsaal der die technischen Disziplinen des Bauens nachvollziehbar, erlebbar demonstriert. Das tragende, das belichtende, das lüftende, das raumakustisch aktive, das typologische, Gestalt die aus der konsequenten Optimierung der technischen Disziplinen des Bauens entwickelt ist."

Dietmar Riecks
Banz + Riecks Architekten, Bochum

Projektdaten im Überblick

Nutzungstyp: 
Hörsaalgebäude

Standort
Lennerhofstrasse 140 _ 44801 Bochum

Bauherr/Nutzer
Hochschule Bochum

Realisierung
08.2016–05.2019

Buchenfurnierschichtholz (BauBuche):
Pollmeier Massivholz GmbH & Co.KG
D-99831 Amt Creuzburg

www.pollmeier.com

Fotos
© Olaf Rohl

Textquelle:
Pollmeier Massivholz GmbH & Co.KG