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Von außen präsentiert sich der Großmarkt in schlichter Optik ©POPPE*PREHAL ARCHITEKTEN/Walter Ebenhofer
Der Metro-Großmarkt in St. Pölten ist eine neue gebäudewirtschaftliche Lösung. ©POPPE*PREHAL ARCHITEKTEN/Walter Ebenhofer
Neubau Metro-Großmarkts in St. Pölten, Niederösterreich

Zero 1: Gewerbebau mit Top-Ökobilanz

Ökologisch und kostenneutral ist der erste Metro-Großmarkt in Plusenergiestandard. Großformatige Holzbauweise und BREEAM-Zertifizierung machen aus dem Neubau ein konsequent durchdachtes ökologisches Gebäude.

Die Fassade ist mit vorvergrautem Thermoholz gestaltet. ©POPPE*PREHAL ARCHITEKTEN/Walter Ebenhofer
In der Dunkelheit lässt das Gebäude tiefe Einblicke in sein Inneres aus Holz zu. ©POPPE*PREHAL ARCHITEKTEN/Walter Ebenhofer

„Unser Großmarkt ist ein Beispiel dafür, dass ein Industriegebäude nicht teurer sein muss, wenn es nachhaltig gebaut wird. Die Betriebskosten des Marktes sind viel geringer, und damit ergibt sich über den Lebenszyklus ein sehr erfolgreicher Business Case.“

Xavier Plotitza
Generaldirektor METRO Österreich

Xavier Plotitza über Metro-Großmarkt in Holzbauweise Metro Österreich
© metro

Wenn eine dezente Fichtenfassade den Kunden begrüßt, zeigt ein Großmarkt schon von Weitem, dass er anders ist als andere. Der „Zero1“ in St. Pölten ist nicht nur ein Gewerbebau in Holz, sondern glänzt auch noch mit einer Top-Ökobilanz. Mit dem einfachen Rezept „Technik raus, gute Gebäudehülle drumherum“ konnte das selbst gesteckte Kostenziel eingehalten werden.

Hocheffiziente Gebäudehülle

Wunsch und Idee zu dem völlig neuen Baukonzept kamen von der Konzernleitung. Sie erinnerte sich an das Projekt „LT1“, das Poppe Prehal Architekten im Jahr 2013 für einen Logistiker realisierten. Der Anspruch an das Projekt war, es vollständig nach ökologisch höchstem Standard zu errichten – aber mehr kosten als ein herkömmlicher Markt sollte es nicht! Eine Bestandsaufnahme der existierenden Märkte zeigte, dass bisher mit geringem Energiestandard und niedriger Bauteilqualität gebaut wurde. An diesem Punkt setzten die Planer mit einer hocheffizienten und ökologischen Gebäudehülle an. Auch die umfangreiche und teure Haustechnik musste weichen. Über „free cooling“ wird eine 10-fache Luftwechselrate pro Stunde erreicht. Außerdem verzichtete man auf die Heizaggregate an der Decke und verlegte eine Fußbodenheizung.

Tragwerk aus Holz

Der Abstand der mächtigen Tragwerkstützen aus Brettschichtholz beträgt  20 x 20 m, in der Raummitte wurden Kreuzstützen montiert. Darüber liegt eine Binderkonstruktion mit Brettschichthölzern von ca. zwei Metern Höhe. Vom Dachaufbau sind von der Halle aus nur die OSB-Platten zu sehen. Bei den Außenwänden bilden OSB-Platten die Innensicht der Pfosten-Riegel-Fassade. Die Fassade besteht aus senkrecht montiertem Thermo-Fichtenholz mit Vorvergrauungsanstrich. Auch über das Einkaufserlebnis machten sich die Architekten Gedanken. Die Gestaltung macht das Nachhaltigkeitskonzept für die Kunden spürbar. Das sichtbare Holz vermittelt eine natürliche Stimmung. Die umlaufenden Fensterflächen und Oberlichter reduzieren den Kunstlichtbedarf und tragen zum freundlichen Eindruck bei.

(Christina Vogt, Gladbeck) 

Der Holzbau schafft eine angenehme Einkaufsatmosphäre ©POPPE*PREHAL ARCHITEKTEN/Walter Ebenhofer
Durch sichtbares Holz ensteht eine natürliche Stimmung ©POPPE*PREHAL ARCHITEKTEN/Walter Ebenhofer

Projektdaten im Überblick:

Projekt:
METRO Cash & Carry Plusenergie-Großmarkt

Ort:
St. Pölten, Österreich

Bauherr:
METRO Cash&Carry Österreich GmbH

Bauzeit: 
August 2016 bis Herbst/Winter 2017

Bauweise: 
Binderkonstruktion mit Holz-Riegel-Wänden

Architektur:
POPPE*PREHAL ARCHITEKTEN ZT GmbH
https://poppeprehal.at/

Statik:
Zieritz + Partner ZT GmbH

Ausführung:
MHB - Holz und Bau GmbH,
3340 Waidhofen/Ybb, Österreich 

Verwendung:
1.200 m³ binderholz Brettschichtholz,
227 m³ binderholz Brettsperrholz BBS
610 m² Massivholzplatten

Energiestandard:
Plusenergiestandard

Nutzfläche: 12 873,52 m²

Umbauter Raum: 113 812,90 m³

Energiekennzahl: 59,10 kWh/(m²a)

CO2-Einsparung: ca. 2.860 Tonnen