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Neuer Swatch Hauptsitz mit einem Gitterschalen-Tragwerk aus Brettschichtholz © by Swatch
Eine der größten Holzkonstruktionen weltweit

Neubau Swatch Hauptsitz

Neuer Swatch Haupsitz in Biel - entworfen vom Stararchitekten Shigeru Ban - eingeweiht. Der Neubau gehört zu den weltweit größten Holzbaukonstruktionen und soll ein neues Kapitel in der Geschichte der Uhren-Marke einläuten.

Die organisch geschwungene Form des Swatch Neubaus windet sich am Fluss entlang. Sie soll eher an einen Drachen als an eine Schlange erinnern. © by Swatch
Das Gitterschalen-Tragwerk ist 240 Meter lang, bis zu 35 Meter breit und 27 Meter hoch. © by Swatch

Unkonventionelle und nachhaltige Architektur

Das Gebäude ist 240 Meter lang und 35 Meter breit. Am höchsten Punkt misst die Fassade 27 Meter. Das Design ist außergewöhnlich und bricht mit klassischer Bürohaus-Architektur. Die Brettschichtholzträger des Tragwerks wurden zum Teil in zwei verschiedene Richtungen gekrümmt. Die Holzgitterkonstruktion mit rund 4.600 Balken aus Schweizer Holz bildet das Grundgerüst der über 11.000 Quadratmeter großen Fassade. Aufgrund seiner ökologischen und nachhaltigen Eigenschaften wurde der traditionelle Werkstoff ausgewählt.

Holz in Präzision 

Holz lässt sich außerdem flexibel verarbeiten und äußerst präzise zuschneiden – wichtige Eigenschaften für eine Konstruktion, bei der es auf Millimeter ankommt. Moderne 3D-Technologie hatte während der Planung dabei geholfen, die genaue Form und Positionierung der Holzbalken für die Gitterschale zu definieren. Mit einem ausgeklügelten Steckprinzip wurden die einzelnen Balken passgenau miteinander verbunden. Da die Holzgitterschale des Swatch Gebäudes als großflächige Bürofassade dient, musste sie zudem verschiedenen technischen Anforderungen gerecht werden. Ein komplexes Geflecht aus Leitungen ist diskret in ihre Struktur integriert. Noch während die Holzkonstruktion errichtet wurde, begann der Einbau der insgesamt rund 2800 Wabenelemente, die den größten Teil der Fassade ausmachen. Jedes Element wurde aus bis zu 50 Einzelteilen sorgfältig maßgeschneidert und seiner individuellen Funktion und Position angepasst.

Modernes Bauen und Arbeiten 

Neun Balkone bieten auf mehreren Etagen Ein- und Ausblicke. Im Inneren verteilen sich 25.000 Quadratmeter Geschossfläche auf fünf Stockwerke für alle Abteilungen von Swatch International und Swatch Schweiz. Die Fläche verringert sich schrittweise von Etage zu Etage; Galerien mit Glasbrüstungen ermöglichen einen Blick auf die unteren Flächen. Neben den regulären Arbeitsplätzen sind über das ganze Gebäude Gemeinschaftsflächen verteilt. Das Untergeschoss wiederum erstreckt sich über die gesamte Länge des Gebäudes, hier finden sich Technikräume und die Tiefgarage.

Nachhaltigkeitsanspruch

Beim Bau wurde ausschließlich Holz aus Schweizer Wäldern – hauptsächlich Fichtenholz - verwendet. Die insgesamt benötigte Menge von knapp 1997 Kubikmeter wächst im Schweizer Wald in weniger als zwei Stunden nach. Das Energiekonzept beruht auf Solartechnologie und Grundwassernutzung und ermöglicht, Gebäudefunktionen wie Lüftung, Kühlung, Heizung und Grundbeleuchtung autonom zu betreiben. In die Wabenstruktur der Fassade wurden 442 individuell gefertigte, gebogene Solarelemente mit einer Fläche von 1.770 m² eingesetzt, die pro Jahr rund 212,3 MWh Strom erzeugen sollen.

 

"Dank modernster Technik und viel Know-how zeigt das neue Swatch Gebäude, dass modernes Bauen und modernes Arbeiten im Einklang mit der Natur stehen können."

SWATCH PR INTERNATIONAL

Die gewölbte Fassade steigt in Richtung Eingang und Übergang zur Cité du Temps leicht an © by Swatch
Übergang zur Cité du Temps © by Swatch
124 hölzerne Schweizer Kreuze an der Decke sorgen für eine gute Raumakustik © by Swatch
Verschiedene Leitmotive durchziehen die Architektur des Gebäudes mit geschwungenen Formen, Farben und Transparenz sowie dem ungewöhnlichen Einsatz klassischer Materialien © by Swatch

Der Architekt Shigeru Ban

Der 1957 in Tokio geborene Gewinner des Pritzker-Preises 2014 Shigeru Ban ist bekannt für seine filigranen Strukturen und unkonventionellen Methoden sowie für seinen Beitrag zu Innovation und Menschlichkeit in der Architektur. 2011 konnte sich sein Entwurf für den Neubau des Swatch Hauptsitzes, der neuen Omega Manufaktur und der Cité du Temps im Architekturwettbewerb der Swatch Group durchsetzen.

Shigeru Ban entwarf die Gebäude in verschiedenen Holzbauweisen. Der Swatch Neubau wird von einer Holzgitterkonstruktion überspannt. Beim Omega-Neubau und der Cité du Temp handelt es sich um Holz-Skelettbauten. 

Sein Entwurf überzeugte u. a. wegen seines außergewöhnlichen Designs und durch das pragmatische sowie nachhaltige Konzept. Er habe es außerdem geschafft, den Geist der Uhrenmarke in seinen Gebäuden wiederzuspiegeln und die Architektur harmonisch in die Umgebung einzufügen. 

Cité du Temps - ebenfalls ein Entwurf von Shigeru Ban - bildet auf 80 x 17 x 28 Metern eine eigenständige architektonische Einheit und perfekte Ergänzung zum Swatch Gebäude © by Swatch

Projektdaten im Überblick

Projekt Neubau des Hauptsitzes der Swatch AG, CH-2501 Biel

Bauzeit: 2014-2019

Bauherr: Swatch AG

Architekt:
Shigeru Ban (*1957 in Tokyo/Japan, Gewinner des 36. Pritzker-Preis)
Shigeru Ban Architects Europe, Paris (FR), 
www.shigerubanarchitects.com

Lokaler Architekt:
Itten+Brechbühl Architekten und Generalplaner AG
(Partnerbüro von Shigeru Ban):

Holzbau: 
Blumer-Lehmann AG

Holzbau-Ingenieur:
SJB Kempter Fitze AG

Fassade:
- 11’000 m2 Fassadenfläche
- 4’600 Balken aus 100% Schweizer Holz
- 2’800 Wabenelemente mit bis zu 50 Einzelteilen
- 9 Balkone zwischen 10 m2 und 20 m2

Lobby:
- 22 Meter Höhe
- Zickzackverglasung ab 5,5 Meter Höhe, Höhe 22 Meter
- 1 t Gewicht eines Glastores am Eingang

Gebäude:
- 240 Meter lang, 35 Meter breit, 27 Meter hoch
- 25’000 m2 Fläche auf 5 Stockwerken
- Tiefgarage mit 170 Autostellplätzen und 182 Velostellplätzen

Nachhaltigkeit:
- 100 % Schweizer Holz, hauptsächlich Fichtenholz
- 1’997 m3 verbautes Holz: Eine Menge, die in weniger als 2 Stunden in Schweizer Wäldern wieder nachwächst
- Beheizung und Kühlung des Gebäudes durch Grundwasserpumpsystem für Swatch, Omega und Cité du Temps mithilfe von 9 unterirdischen Brunnen und 2 ehemaligen Öltanks, die zu Wasserspeichern umfunktioniert wurden
- 442 gebogene Solarelemente, 1’770 m2 installierte Fotovoltaik

Quelle: 
Swatch PR International