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© Hauptschule Klaus | Foto: Bruno Klomfar
02. November 2016

„Bauen mit Holz. Wege in die Zukunft“

Ausstellung im Martin-Gropius-Bau Berlin vom 21.10.2016 bis 15.01.2017

Mit einer Vielzahl von Typologien, die von gewölbte Tragwerken, öffentliche Bauten bis zu mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser reicht, spannt die Ausstellung einen weiten Bogen rund um die aktuelle Entwicklungen des Holzbaus.

Vertrautes Material in neuer Vielfalt

Mit einer Vielzahl von Typologien, die von gewölbte Tragwerken, öffentliche Bauten bis zu mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser reicht, spannt die Ausstellung einen weiten Bogen rund um die aktuelle Entwicklungen des Holzbaus. Hermann Kaufmann, Professor für Entwurf und Holzbau an der TU München, illustriert mit exemplarischen Beispielen die Ökobilanzierung von Holzgebäuden, neue Bauprozesse und die Tektonik der Holzarchitektur im digitalen Zeitalter. Im urbanen Kontext und auch im Bestand entfaltet das vertraute Material Holz eine neue Vielfalt und Ästhetik.

Als Auftakt widmet die Ausstellung den verleimten Vollholzprodukten, Holzwerkstoffplatten und Faserdämmstoffen einen eigenen Raum. Zum Anfassen nahe können hier die Besucher die Holzmaterialien in Augenschein nehmen, die oft hinter Verkleidungen verschwinden oder in großer Höhe eingesetzt werden. Banner erläutern eine nachhaltige Forstwirtschaft und den Einsatz des Werkstoffs Holz für eine ressourcenschonende Architektur. Grafiken verdeutlichen wie Bauholz seit mehr als 250 Jahren in Kulturwäldern durch eine nachhaltige Waldwirtschaft gewonnen wird. Kaum ein Zuschauer hätte erwartet, dass Deutschland noch vor Schweden, Frankreich und Finnland über Europas größten Holzvorrat verfügt. (Quelle: Bundeswaldinventur BWI 2001) 

Die Ausstellung präsentiert das Bauen mit Holz als aktiven Beitrag zum Klimaschutz, bei dem der nachwachsende Rohstoff im Gebäude das Treibhausgas CO2 dauerhaft bindet. Jeder in Gebäuden verbaute Baum bindet wie ein „zweiter Wald“ CO2 und schafft Platz für neue Bäume in den Forsten, die erneut den CO2-Anteil in der Atmosphäre senken. Ökobilanzen von fünf Gebäuden veranschaulichen, wie durch den Einsatz des Baustoffs Holz der Anteil der nicht regenerierbaren Baustoffe bis zu 50 Prozent sinkt und sich der Anteil der nachwachsenden Rohstoffe vervielfacht. Ähnlich positiv fallen auch die Werte für das abiotische Ressourcenpotenzial und das Treibhauspotential aus. Beim Vergleich der Primärenergiemenge mit herkömmlichen Baustoffen fällt ins Gewicht, dass die Verbrennung von Holz den Primärenergiebedarf weiter senkt. Bei der Ökobilanzierung wurde ein Zeitraum von 50 Jahren von der Herstellung über die Instandsetzung bis zur Entsorgung betrachtet. Hierbei wurden unter anderem für die drei Holzneubauten Gemeindezentrum Ludesch (58%), Passivwohnhaus Samer Möl (60%) und das Finanzamt Garmisch Partenkirchen (50%) hohe Klimaentlastungen gegenüber einer Standardausführung ermittelt. Auch bei der Modernisierung der Schule Gundelfingen und von Wohnanlagen in München und Augsburg konnten Klimaentlastungen nachgewiesen werden.

In den weiteren Räumen illustriert eine Vielzahl von Projekten, den technologischen Entwicklungssprung des Holzbaus in den letzten Jahren, der vor allem im urbanen Bauen neue Aufgaben erschlossen hat. Die Vorfertigung ermöglicht, dass auch komplexe öffentliche Bauten wie die Immanuelkirche in Köln oder der Kaeng Krachan Elefantenpark im Zoo Zürich industriell vorgefertigt und in kurzer Zeit störungsarm auf der Baustelle montiert werden. Die Gegenüberstellung der Multihalle im Mannheimer Herzogenriedpark von Frei Otto aus dem Jahr 1975 mit einem aktuellen Holzhochausentwurf verdeutlicht die Tradition von neuen Dimensionen im Bauen mit Holz. Ein Forschungsschwerpunkt der letzten Jahre ist die Verarbeitung von Laubhölzern zu verklebten Vollholzprodukten. Erste Gebäude mit diesem Werkstoff schließen den repräsentativen Reigen von Holzbauprojekten in der Ausstellung ab, den Hermann Kaufmann gemeinsam mit Winfried Nerdinger, emeritierter Professor für die Geschichte der Architektur und Baukonstruktion an der TU München, zusammengestellt hat. 

© Wohnhaus E3 Esmarchstraße Berlin | Foto: Bernd Borchardt
© Elefantenhaus Zoo Zürich | Foto: Andreas Buschmann
© Illwerke Zentrum Montafon Vandans | Foto: Norman Radon
© Illwerke Zentrum Montafon Vandans | Foto: Bruno Klomfar

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